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Klaus „Major“ Heuser Band

Wenn der Begriff Kultstatus im weitesten Sinne noch mit Qualität zu tun hat, so ist die Klaus „Major“ Heuser Band auf dem besten Wege, Kult zu werden. Wieviele deutsche Rock-Gitarristen fallen uns ein, wenn wir an ein elektrisierendes, ein prägendes Gitarrenriff im Sinne von sagen wir mal ‚Satisfaction’ oder ‚Smoke on the Water’ denken? Genau – da wird die Luft dünn und wir landen ganz schnell bei Klaus Major Heuser. Wenn er etwa das Gitarren-Intro von ‚Verdamp lang her’ bei seiner damaligen Band BAP aufsteigen ließ, ging das Publikum steil. Die Euphorie jener Tage ist Legende, und Major ist es auch!

Während das alte Vaterschiff noch unverdrossen auf dem einmal eingeschlagenen Kurs segelt, erfindet sich sein maßgeblicher, aber längst von Bord gegangener 1. Offizier immer wieder neu. Er bleibt sich treu, schielt nicht nach schnellem, zeitgeistig gesteuertem Erfolg.

Nach der erfolgreichen Phase mit dem Blues-Recken Richard Bargel ist die Band mit dem neuen Sänger Thomas Heinen und nicht zuletzt dank des inzwischen fest etablierten musikalischen Allrounders Matthias Krauss (Keyboards, Gitarren, Producing) nun in eine weitere, eine höhere Dimension vorgedrungen. Die Major Heuser Band wendet sich an Zuhörer, die Wert auf den guten alten Ensemblegeist legen, die sich mitreißen lassen wollen von ausgebuffter Interaktion und von dynamischem Zusammenspiel.

’57 - Der aktuelle Albumtitel ist der Synchronität verschiedener Ereignisse geschuldet: Klaus Major Heuser,1957 geboren, feierte folglich 2014 seinen 57sten Geburtstag. Als dann auch noch ein Koffer aus BAP-Zeiten mit der Ladenummer 57 auftauchte, nahm man das als Zeichen. Nebenbei bemerkt wurde im Jahre 1957 auch noch der PAF-Humbucker eingeführt, jener Tonabnehmer der Gibson Les Paul also, auf der Klaus seinen Signature-Sound fand. Inhaltlich bewegt sich das Album ’57 im geerdeten Mainstream-Kontext aus Rock und Blues mit Anflügen von Roots, Country und Americana, markiert von solider Handarbeit und klassischem Songwriting. Die sorgfältig erarbeiteten Songs bieten Atmosphäre und Tiefe. Wie etwa das akustische ‚Fullmoon Nights’ mit schöner Klavierarbeit und sensibler Slide-Gitarre oder das in seiner melodischen Eleganz an Bruce Hornsby erinnernde ‚Pictures and Memories“, geben aber auch schon mal Kante (‚Make it better’) und erfreuen damit des Rockers Herz. Die Instrumentierung greift auf ein großes Repertoire akustischer und elektrischer Gitarren zurück, die in Verbindung mit luftigem Piano und saftigen Orgel-Sounds die ausdrucksstarke Stimme des Thomas Heinen effektvoll anzuschieben vermögen. Ob nun Eagles-affiner Harmony-Gesang mit zweistimmigem Gitarren-Spot (’Catch The Flame’), Knopfler-Reminiszenz (’5 a.m.’) oder Hooks irgendwo zwischen Tom Petty und JJ Cale, der Bogen stimmt und alle Darbietungen entfalten sich auf dem sicheren Fundament einer souverän agierenden Rhythmusgruppe (Sascha Delbrouck – Bass, Marcus Rieck – Drums). Über all dem aber steht die mal fühlige, mal erdige, immer aber fabelhafte Gitarrenarbeit des Klaus Heuser – go ahead Major, let it bleed!



Link zur Klaus „Major“ Heuser Band